Admirals-Zweispitz von Kaiser Wilhelm II.

Kaiser Wilhelm II. bestimmte ab 1888 die Politik des deutschen Kaiserreichs. Dabei spielte seine Begeisterung für alles Militärische und insbesondere die Marine eine prägende und schicksalshafte Rolle. Das Deutschlandmuseum zeigt in seiner Ausstellung dazu ein seltenes Exponat aus dem persönlichen Besitz des letzten deutschen Kaisers: seinen Admirals-Zweispitz.

Des Kaiser Kleider: Wilhelm II. und seine Uniformen

Wilhelm II. ist während seiner Zeit als deutscher Kaiser auf zeitgenössischen Fotos im Prinzip nur in Uniform zu sehen. Der Kaiser verfügte über eine umfangreiche Garderobe an unterschiedlichsten Uniformen, sowohl des Kaiserreichs als auch ausländischer Militäreinheiten. Die Vielzahl an internationalen Uniformen diente dazu, beim Besuch des anderen Königshauses die entsprechende Landesuniform zu tragen – so war es im späten 19. Jahrhundert üblich. Unter den zahlreichen Uniformfotos von Wilhelm II. fehlen allerdings die Uniformen einer großen Nation gänzlich: die von Frankreich, dem Erbfeind Preußens.

Sehr häufig dagegen ist Wilhelm II. auf den Fotos in der Uniform eines Admirals zu sehen. Diese gehörte zu den Lieblingsbekleidungen des bereits von Kindheit an marinebegeisterten Kaisers. Dementsprechend weist der Admirals-Zweispitz im Deutschlandmuseum starke Tragespuren auf. 

Wilhelm II. in Admiralsuniform Gemälde von Carl Schleusing, 1909 (Quelle: Drilandmuseum Gronau, CC BY-NC-SA)

Der Admirals-Zweispitz im Deutschlandmuseum

Der Zweispitz für Admirale der kaiserlichen Marine besteht aus einem schwarzen Filzbesatz mit breiter Borte aus vergoldeter Metallfadenstickerei. Auf der Vorderseite ist die Reichskokarde sichtbar, ein kreisförmiges Abzeichen in den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot. Eine gewirkte Schnur aus Metallfadengeflecht verbindet sie mit einem vergoldeten Knopf, auf dem das Wappen der kaiserlichen Marine eingeprägt ist. An den Enden des Zweispitzes sitzen Quasten aus vergoldetem Metallfadengeflecht.

Innenansicht: Goldprägung, Lederband und weiße Seide Admirals-Zweispitz, 1890er Jahre, Deutschland (Quelle: Sammlung Deutschlandmuseum CC BY-ND 4.0 )

Im Inneren des Zweispitzes zeigt sich ein schwarzes Lederschweißband sowie ein Innenfutter aus feinster weißer Seide. Hervorzuheben ist die mit der Kaiserkrone bekrönte Chiffre „W“ in Goldprägung, die den Zweispitz als persönlichen Besitz von Kaiser Wilhelm II. ausweist. Der Zweispitz ist ein außergewöhnliches und seltenes Exponat zur Person des deutschen Kaisers, dass nun seinem Platz in einer musealen Ausstellung in der ehemaligen Kaiserresidenz Berlin gefunden hat.

Kaiserliche Flottenbegeisterung: „Deutschlands Zukunft liegt auf dem Meer!“

Nachdem Wilhelm II. 1888 deutscher Kaiser wurde, profitierte die Flotte von dessen Marine-Begeisterung immens. 1896 kündigte er mit den Worten „Deutschlands Zukunft liegt auf dem Meer“ eine neue Flottenpolitik an und förderte den Ausbau der deutschen Flotte tatkräftig. Zur Unterstützung des ambitionierten Flottenprogramms wurde die Marinebegeisterung propagandistisch auch in die Bevölkerung getragen. Das hatte unter anderem zu Folge, dass sich Matrosenanzüge als Kinderkleidung im ganzen Reich etablierten.

Die deutsche Flotte wurde so Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Flotten weltweit aufgebaut. Das hatte weltpolitische Folgen: die traditionelle Seemacht Großbritannien sah die deutschen Hochsee-Ambitionen als ernste Bedrohung. Das resultierende Flotten-Wettrüsten hatte wesentlichen Anteil an den politischen Spannungen in Europa und der zunehmenden Isolierung des Deutschen Kaiserreichs.

Im Kriegsverlauf zeigte sich jedoch, dass die für viel Geld aufgebaute Flotte weitgehend wirkungslos blieb. Einige Maßnahmen der Flottenaufrüstung jedoch zahlen sich bis heute aus: Der 1895 fertiggestellte 98 Kilometer lange Kaiser-Wilhelm-Kanal sollte eine rasche Verbindung der Flotte zwischen Nord- und Ostsee gewährleisten. Als Nord-Ostsee-Kanal ist er bis heute in Nutzung und gegenwärtig die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt.

Objektinfos

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Exponat im Museum

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