Geburt Elisabeths von Thüringen

Elisabeth-Triptychon des Meisters der Gewandstudien (Quelle: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
 Geburt Elisabeths von Thüringen
Juli 7 1207
Elisabeth-Triptychon des Meisters der Gewandstudien (Quelle: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)


Die für ihre Nächstenliebe bekannte Landgräfin wird in Ungarn geboren

Zeitgenössischen Quellen zufolge erblickte am 7. Juli 1207 Elisabeth von Thüringen in Ungarn als Tochter des dortigen Königs und seiner aus Süddeutschland stammenden Frau das Licht der Welt. Mit vier Jahren brachte man sie an den Hof des Landgrafen von Thüringen. Elisabeth war bereits als Kleinkind dem ältesten Sohn des Landgrafen, Ludwig, versprochen worden und wurde nach adelsüblichem Brauch in dessen Familie erzogen. Schon sehr früh entwickelte sie eine große Frömmigkeit und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ludwig IV. übernahm nach dem Tode seines Vaters mit 17 die Herrschaft in Thüringen, Sachsen und Hessen, vier Jahre später heiratete er die dann 14-jährige Braut.

Die junge Landgräfin verheimlichte nicht, dass sie ein Leben in Nachfolge Christi anstrebte, und kümmerte sich um Arme und Kranke. Während der Abwesenheit ihres Gatten verteilte sie die fürstlichen Kornvorräte an die hungernde Bevölkerung und gründete ein Hospital in Eisenach. Sie verkaufte ihre Kleidung und ihren Schmuck, um den Erlös den Armen zu geben, und trug selbst grobe Wollsachen. Als sie auch noch begann, dem radikalen Prediger Konrad von Marburg bedingungslos zu gehorchen, feindete die höfische Gesellschaft sie an. Ihr Mann schützte sie, doch nach seinem Tod auf einem Kreuzzug wurde sie gezwungen, die Wartburg zu verlassen. Später folgte sie Konrad, mittlerweile vom Papst zu ihrem Vormund bestimmt, nach Marburg. Dort pflegte sie in einem neuen Hospital als einfache Schwester Kranke, bevorzugt kümmerte sie sich dabei um „Aussätzige“ bzw. Leprakranke. Nach ihrem Tod 1231 mit nur 24 Jahren schnitten ihr Reliquienjäger Haare, Nägel und sogar einen Finger ab, ihr Grab wurde bald zur Wallfahrtsstätte. Als die Kirche durch sie geschehene „Wunder“ anerkannt hatte, wurde Elisabeth etwas später heiliggesprochen. In Deutschland wurde sie zeitweise als Nationalheilige verehrt.

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