Der deutsche Sieg im Ersten Weltkrieg lässt den „Hindenburg-Mythos“ entstehen
Der deutsche Schlieffen-Plan ging davon aus, dass das große und als schwerfällig eingeschätzte Russland viel Zeit für die Kriegsvorbereitung benötigen würde. Deshalb konzentrierte Deutschland nach dem Kriegsausbruch 1914 seine Kräfte auf die Westfront bzw. gegen Frankreich und setzte im Osten nur einen kleineren Teil der Truppen ein. Russland hatte allerdings in Kenntnis der deutschen Strategie die Zeit während der „Julikrise“ genutzt und sich auf den Kampfeinsatz vorbereitet. So konnten überlegene russische Verbände nach Kriegsausbruch schnell in Ostpreußen eindringen. Bei Allenstein errang die zahlenmäßig deutlich unterlegene deutsche Armee am 30. August 1914 einen überraschenden Sieg gegen die Invasoren.
Auf Betreiben des deutschen Oberbefehlshabers Hindenburg wurde der Schlachtname dann umbenannt: Beim in der Nähe liegenden Tannenberg hatte 500 Jahre früher der Deutsche Ritterorden eine entscheidende Niederlage gegen die Truppen Polens und Litauens erlitten – und diese Schmach wollte Hindenburg vergessen machen. Die „Schlacht bei Tannenberg“ war der erste große deutsche Sieg im Ersten Weltkrieg und wurde umgehend propagandistisch überhöht, zumal nicht viele weitere dazukamen. Die Legende verhalf der Schlacht zu einem Ruf, der eng mit dem „Kriegshelden“ Hindenburg verbunden war. Noch Jahre nach dem Krieg kam ihm dieser „Hindenburg-Mythos“ bei der Wahl zum Reichspräsidenten zugute.

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