Der Brauch, andere am 1. April durch erfundene oder verfälschte Geschichten bzw. einen „Aprilscherz“ „in den April zu schicken“, ist in Deutschland für den Anfang des 17. Jahrhunderts erstmals belegt. Wegen des christlichen Osterfests wurde der April früher gern als „Ostermonat“ bezeichnet. Die alte Bauernregel „Der April, der April weiß nicht, was er will“ und der früher gebräuchliche Name „Launing“ verweisen auf die ihm zugeschriebenen Launen bzw. die Unberechenbarkeit des April-typischen Wetters. Zu diesem Hin und Her des Wettergeschehens passen wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte im April vergangener Jahrhunderte. Sie betrafen Auseinandersetzungen um staatliche Einheit einerseits und die Betonung regionaler Besonderheiten andererseits. So regierte im Hochmittelalter der Stauferkaiser Friedrich II., der wie seine kaiserlichen Vorgänger eigentlich an der Stärkung des Gesamtreichs interessiert sein musste. Da es ihn aber in seine Erblande nach Italien zog und er in Deutschland deshalb Ruhe brauchte, gewährte er am 26. April 1220 beim „Bündnis mit den Fürsten der Kirche“ den geistlichen und später auch den weltlichen Fürsten zahlreiche Rechte. Auf dieser Grundlage bildeten sich nach und nach die Länder heraus, die auch heute noch Deutschland prägen. Zu Beginn der Neuzeit suchte Kaiser Karl V. die religiöse Einheit der Bevölkerung zu wahren und wollte deshalb den reformorientierten Mönch und Universitätsprofessor Martin Luther zum Widerruf seiner Thesen drängen. Luther lehnte das auf dem Reichstag zu Worms am 18. April 1521 mit den ihm zugeschriebenen Worten „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen.“ ab. Daraufhin ließ sich die Abtrennung der Protestanten von der (katholischen) Amtskirche nicht mehr aufhalten. Ein halbes Jahrtausend später versuchte der sowjetische Diktator Stalin mit der „Berlin-Blockade“, den Westen Berlins in die Knie zu zwingen. Die Westalliierten antworteten mit den „Rosinenbombern“ der Berliner Luftbrücke und versorgten die Bevölkerung über ein Jahr lang aus der Luft, dabei wurde am 16. April 1949 die größte Tagesmenge erreicht. Die Dankbarkeit darüber erleichterte die Westintegration der Bundesrepublik, während die Ostdeutschen weiter im sowjetischen Machtbereich leben mussten – die deutsche Teilung dauerte bis 1990.

Der April im Überblick

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