Mit den höchsten Monatsdurchschnittstemperaturen ist der Juli der „Sommermonat“ schlechthin. Früher bezeichnete man ihn als „Heumonat“, da für einen Großteil der Deutschen das Einbringen der ersten Heuernte das Leben in der Jahresmitte prägte. An Urlaub konnten die allermeisten Deutschen früher nicht denken. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. ging allerdings sogar während der Julikrise 1914 demonstrativ in Urlaub, um nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Normalität zu signalisieren. Er unterschätzte allerdings die Dynamik der Entwicklung, und Anfang August befand sich das Kaiserreich in einem Krieg gegen drei europäische Großmächte. Der Erste Weltkrieg dauerte vier Jahre, kostete Wilhelm den Thron und forderte Millionen von Menschenleben. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 20. Juli 1944, führte eine Gruppe um Graf Stauffenberg die bedeutendste deutsche Widerstandsaktion gegen die Nazi-Diktatur durch. Auch nach der deutschen Kapitulation 1945 konnten viele Deutsche im Hochsommer nur bedingt an Urlaub denken. Extrem positive Gefühle kamen 1954 trotzdem auf: Beim „Wunder von Bern“ am 4. Juli 1954 wurden die aufgrund der Nazi-Verbrechen und des Zweiten Weltkriegs international verfemten Deutschen überraschend Fußballweltmeister (auch die anderen drei WM-Titel der Männer wurden im Juli gewonnen).

Der Juli im Überblick

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