In der Vergangenheit konnten die deutschen Bauern am Ende des „Ernte“- bzw. „Ährenmonats“ abschätzen, ob sie mit den Nahrungsmitteln einigermaßen gut über die kalte Jahreszeit kommen konnten. Für das Schicksal des ganzen Landes trafen mächtige Männer gerade im August außerordentlich wichtige Entscheidungen. In der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 gegen die Ungarn legte der ostfränkische König Otto die Basis für seine spätere Kaiserkrönung. Mit der damit erfolgten Gründung des „Heiligen Römischen Reichs“ begann eine Entwicklung, die dann zur Herausbildung der „deutschen Nation“ führte. Als Jahrhunderte später die meisten deutschen Fürstenstaaten im „Rheinbund“ eine Allianz mit dem französischen Kaiserreich Napoleons eingingen, legte der römisch-deutsche Kaiser Franz II. am 6. August 1806 seine Krone nieder: Das war das Ende des Heiligen Römischen Reichs (deutscher Nation). Über das später entstandene Deutsche Reich („III. Reich“) trafen nach dem Zweiten Weltkrieg die Siegermächte auf der Potsdamer Konferenz am 2. August 1945 entscheidende Beschlüsse. Wegen der ungeheuren Verbrechen der Nationalsozialisten legten sie Oder und Neiße als neue deutsche Ostgrenze fest und verkleinerten dadurch das deutsche Territorium um ein Viertel. Mehr als zwölf Millionen Deutsche mussten dadurch ihre Heimat verlassen und kamen als Flüchtlinge oder Vertriebene in die Besatzungszonen der Alliierten. Um die in der aus der sowjetischen Zone entstandenen DDR lebenden Deutschen an der Flucht in den Westen zu hindern, riegelte die DDR-Führung unter Ulbricht am 13. August 1961 ihr Gebiet mit Stacheldraht und Mauerbau ab und festigte damit die deutsche Teilung.

Der August im Überblick

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