November
Im November spielte in Deutschland traditionell das Totengedenken eine große Rolle, entsprechend wurde er als „Trauermonat“ bezeichnet. Am Anfang des Monats kommen die katholischen Feiertage Allerheiligen und Allerseelen, am 11. November ist der Martinstag zum Gedenken an den Heiligen Martin von Tours. Zwei Wochen vor dem 1. Advent, am Volkstrauertag, gedenkt man der gefallenen deutschen Soldaten des Ersten und des Zweiten Weltkriegs, eine Woche später liegt der evangelische Totensonntag. Mehrere Ereignisse der deutschen Geschichte haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeprägt. Die Annexion des gesamten linksrheinischen Gebiets durch Frankreich am 4. November 1797 begründete die bis nach dem Zweiten Weltkrieg anhaltende „Erbfeindschaft“ zum Nachbarland. Der 9. November wird oft als „Schicksalstag“ der Deutschen angesehen: 1918 führte die „Novemberrevolution“ zum Sturz des Kaisers und der Fürsten, 1938 stellte die „Reichspogromnacht“ eine neue, besonders brutale Stufe des NS-Terrors gegen Juden dar, 1989 hatte die „Friedliche Revolution“ das Ende der DDR und der deutschen Teilung zur Folge. Die Währungsreform am 15. November 1923 setzte der Hyperinflation der frühen Weimarer Republik ein Ende. Am 23. November 1942 schloss sich der Kessel von Stalingrad. Der Untergang der 6. Armee der Wehrmacht brachte die Wende im Zweiten Weltkrieg und den Anfang vom Ende Nazi-Deutschlands.