Das Bündnis zahlreicher Städte macht die Hanse zur Großmacht im Norden
In den unsicheren Zeiten des Mittelalters schlossen sich in Norddeutschland Kaufleute zusammen, um Warentransporte sicherer zu machen und gemeinsame wirtschaftliche Interessen an Nord- und Ostsee durchzusetzen. Die Hanse, wie die vereinigten Kaufmannsbünde genannt wurden, entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zum Zusammenschluss von Handelsstädten im nördlichen Europa. Gegen deren Vormachtstellung ging der dänische König Waldemar IV. militärisch vor und fügte dem Städtebund im „Ersten Waldemarkrieg“ eine Niederlage zu. Das wollte die Hanse nicht auf sich sitzen lassen, sie brachte am 19. November 1367 auf einem Hansetag in Köln ein breites Kriegsbündnis gegen Dänemark zustande. Fast alle wichtigen Handelsstädte in Meeresnähe zwischen Holland und Estland schlossen sich in der „Kölner Konföderation“ zusammen.
Die neue Allianz schickte Kriegsschiffe nach Kopenhagen, ließ es zerstören und besiegte schließlich Dänemark im „Zweiten Waldemarkrieg“. Auch nach dem Friedensschluss von Stralsund, der die früheren Privilegien der Hansestädte wieder sicherte, wurde die Kölner Konföderation noch mehrfach erneuert. Die Hanse mit ihren mehr als 70 Kernmitgliedern und weiteren 130 eher locker angeschlossenen Städten befand sich damit gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt ihrer Macht im Ostseeraum. Diese Großmachtstellung konnte sie jedoch auf Dauer nicht halten.
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