Das Pfingstfest muss sich der Juni mit dem Mai teilen, denn das Datum wechselt immer wieder. In vergangenen Zeiten wurde der Juni oft als „Brachmonat“ bezeichnet. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein waren die meisten Deutschen in der Landwirtschaft tätig, und im Juni stand die Bearbeitung der Brache an, also der Ackerfläche, die im jeweiligen Jahr nicht bepflanzt wurde, um sich regenerieren zu können. Gerade in der jüngeren Vergangenheit des 20. Jahrhunderts spielten sich im Juni mehrere bedeutende Ereignisse der deutschen Geschichte ab. So wurde am 28. Juni 1919 der Vertrag von Versailles unterzeichnet, der den Deutschen eine Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zuordnete. Dies wurde von den meisten Deutschen als ungerecht empfunden, trug so mit zu den Problemen der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, bei und erleichterte damit auch die „Machtergreifung“ der Nazis. Deren Überfall auf die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941, die Landung der Alliierten in der Normandie fand am D-Day, dem 6. Juni 1944, statt. Beide Ereignisse stellten im Zweiten Weltkrieg wichtige Wegmarken zur katastrophalen Niederlage Nazi-Deutschlands dar. Am 17. Juni 1953 war der Volksaufstand in der DDR, der brutal niedergeschlagen wurde, ein bedeutender Wendepunkt im geteilten Deutschland. Zur Erinnerung daran war der 17. Juni der bundesdeutsche Nationalfeiertag bis zur Wiedervereinigung. Mit den berühmten Worten „Ich bin eine Berliner!“ unterstrich John F. Kennedy am 25. Juni 1962 in West-Berlin die Unterstützung und Verlässlichkeit der USA für die Westdeutschen im Kalten Krieg.

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