Geburt von Hannah Arendt

Hannah Arendt auf dem Kulturkritikerkongress (Quelle: Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Barbara Niggl Radloff, CC BY-SA 4.0) Geburt von Hannah Arendt
Okt. 14 1906
Hannah Arendt auf dem Kulturkritikerkongress (Quelle: Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Barbara Niggl Radloff, CC BY-SA 4.0)

Die berühmte Journalistin und Historikerin stammt aus einer jüdisch-deutschen Familie

Johanna Arendt wurde am 14. Oktober 1906 als Tochter nicht praktizierender Juden in Hannover geboren, wuchs aber in Königsberg in Ostpreußen auf. Bereits mit 14 las sie Werke des Philosophen Kant. In Marburg und in Heidelberg studierte sie später bei bedeutenden Philosophen und veröffentlichte bereits während des Studiums ihr erstes Buch. Nach Berlin gekommen, untersuchte sie die Situation der Frauen und Hemmnisse gegen eine Emanzipation. Ebenfalls ein Thema für sie war die Ausgrenzung der assimilierten Juden in Deutschland. Dies trug zu einer gewissen Distanz bei, die sie schon vor der NS-Zeit gegenüber Deutschland hegte. Nach einer kurzzeitigen Verhaftung durch die Nazis emigrierte Hannah Arendt nach Frankreich. 1937 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen. Nach dem deutschen Einmarsch schaffte sie es 1941, in die USA zu gelangen.

Dort erhielt Hannah Arendt später eine Professur und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie arbeitete als Journalistin und Historikerin. Auf Europareisen war ihr Thema immer wieder die fehlende Auseinandersetzung der Deutschen mit den NS-Verbrechen. Ihre Untersuchung über totalitäre Regime machte sie international bekannt. Großes Aufsehen erregte auch Arendts Beschreibung des Eichmann-Prozesses 1961 in Jerusalem. Der für die Organisation des Mordes an Millionen Menschen verantwortliche Angeklagte stellte sich als bloßen Befehlsempfänger dar, der nur die ihm gestellten Aufgaben erfüllt habe. Hannah Arendt beschrieb den Massenmörder als eher gedankenlos und nur an seinem persönlichen Fortkommen interessiert. Als sie in diesem Zusammenhang von einer „Banalität des Bösen“ sprach, brachte ihr das öffentlichen Widerspruch ein. Die wegen ihrer tiefgründigen Analysen weltweit geschätzte gebürtige Deutsche starb 1975 als Amerikanerin in New York.

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