„Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit“

Freiheitsbaum in Zweibrücken, Gemälde von Johann Kaspar Pitz, Kupferstich von Hieronymus Löschenkohl (Quelle: Stadtmuseum Zweibrücken, CC BY-NC-SA) „Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit“
Okt. 23 1792
Freiheitsbaum in Zweibrücken, Gemälde von Johann Kaspar Pitz, Kupferstich von Hieronymus Löschenkohl (Quelle: Stadtmuseum Zweibrücken, CC BY-NC-SA)

Mit dem Jakobinerklub in Mainz entsteht die erste demokratische Bewegung in Deutschland

Nach dem Scheitern der preußisch-österreichischen Invasion im revolutionären Frankreich gingen die französischen Revolutionstruppen zum Gegenangriff über, drangen nach Deutschland vor und besetzten u. a. Mainz. In der kurfürstlichen Residenzstadt gab es vor allem in der Universität und bei der Verwaltung zahlreiche aufgeklärte und liberale Menschen, die den Ideen der Französischen Revolution aufgeschlossen gegenüberstanden. Nach einem Aufruf zur Gründung einer „Gesellschaft deutscher Freunde der Freiheit und Gleichheit“ wurde am 23. Oktober 1792 der Mainzer „Jakobinerklub“ ins Leben gerufen, der sich eine gleichnamige revolutionäre Gruppierung in Paris zum Vorbild nahm. Die erste demokratische Bewegung in Deutschland übernahm Verwaltungsaufgaben und wuchs in wenigen Wochen auf knapp 500 Mitglieder an. Die Gesellschaft ließ einen „Freiheitsbaum“ aufstellen und ein „Rotes Buch der Freiheit“ auslegen, in dem sich jeder Bürger frei für oder gegen die neuen Ideen äußern konnte.

Noch vor Ende des Jahres traten jedoch Schwierigkeiten auf: Die französischen Truppen waren in Bedrängnis geraten und über Mainz wurde der Kriegszustand ausgerufen. Die damit verbundenen Zwangsmaßnahmen verärgerten viele Bürger und schränkten die Mitsprachemöglichkeiten des Jakobinerklubs deutlich ein. Viele Mitglieder traten aus, interne Streitereien nahmen zu – im März 1793 wurde der Klub auf Weisung aus Paris geschlossen. Zur gleichen Zeit ließen die Franzosen auf linksrheinischem Gebiet Wahlen für einen „Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent“ abhalten. Dieses erste vergleichsweise demokratisch gewählte Parlament in Deutschland rief die „Mainzer Republik“ aus. Das wird manchmal als „Geburtsstunde der bürgerlichen Demokratie in Deutschland“ angesehen. Der neu entstandene „Freistaat“ konnte noch den Anschluss an Frankreich beantragen, sich jedoch nicht mehr entfalten: Nur wenige Tage später wurde Mainz durch preußische Truppen eingeschlossen. Die Eroberung der Stadt im Juli 1793 bedeutende das Aus für die Republik und hatte die Verfolgung, Misshandlung und Verhaftung der deutschen Jakobiner zur Folge.

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