Hinrichtung Kattes

Hinrichtung Kattes vor den Augen Friedrichs, Illustration von Alphonse Mucha (Quelle: Public) Hinrichtung Kattes
Nov. 6 1730
Hinrichtung Kattes vor den Augen Friedrichs, Illustration von Alphonse Mucha (Quelle: Public)

Der preußische Leutnant wird vor den Augen des Thronfolgers Friedrich enthauptet

Um nicht zum Spielball stärkerer Mächte zu werden, verdoppelte der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. von Preußen die Größe seines Heeres und machte das bevölkerungsarme Preußen damit zur viertgrößten Militärmacht Europas. Trotz einer staatlichen Förderung der Einwanderung drohte Preußen mit dieser Größe überfordert zu werden. Da auch immer wieder Untertanen das Land unerlaubt verließen, befürchtete der „Soldatenkönig“ eine „Entblößung“ Preußens und drohte dagegen mehrfach „harte Strafen“ an, bei Desertation und „Hochverrat“ sogar die Todesstrafe. 1730 kam es bei einem Manöver zum Streit zwischen dem Herrscher und seinem 18-jährigen Sohn und Thronfolger Friedrich. Als dieser von seinem Vater vor den Augen des Gefolges verprügelt worden war, fasste er den Plan, nach England zu fliehen, um sich der Erziehungsgewalt Friedrich Wilhelms zu entziehen. In das Vorhaben weihte er einen acht Jahre älteren Freund ein. Hans Hermann von Katte hatte der Kronprinz beim gemeinsamen Unterricht kennen und schätzen gelernt, und der preußische Leutnant protzte gern mit seiner engen Beziehung zum Kronprinzen.

Auf einer Reise in Süddeutschland wollte Friedrich seinen Fluchtplan umsetzen und schrieb Katte einen Brief mit letzten Anweisungen nach Berlin. Das Schreiben gelangte allerdings in die Hände seines Vaters. Dieser hatte vorher bereits Lunte gerochen und einen Kammerdiener mit der Überwachung des Sohnes beauftragt, sodass die Flucht schnell verhindert wurde. Der König verprügelte Friedrich erneut, ließ ihn verhaften und drohte, ihn und seinen Helfer hinrichten zu lassen. Ein Kriegsgericht erklärte sich zweimal bezüglich des Thronfolgers für nicht zuständig, Katte verurteilte es zu lebenslanger Haft. Friedrich Wilhelm I. akzeptierte das als absolutistischer König nicht und wandelte es per „Allerhöchster Kabinettsorder“ in ein Todesurteil für Katte um. In der Festung Küstrin wurden Katte und Friedrich in die gleiche Kleidung gesteckt, sodass auch letzterer mit seiner Hinrichtung rechnete. Als Katte am 6. November 1730 geköpft wurde, sollte Friedrich auf Befehl seines Vaters zusehen, er erlitt jedoch einen Schwächeanfall. Friedrich blieb weiterhin in Haft, verlor eine Zeitlang seinen Status als Prinz und wurde gezwungen, den Militärberuf „von der Pike auf“ zu erlernen. Die militärischen Kenntnisse nützten ihm später als König Friedrich II. bei vielen Kriegen und trugen so dazu bei, dass er als „Friedrich der Große“ in die Geschichte einging.

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