Gesundheitsministerin Elisabeth Schwarzhaupt

Vereidigung der Ministerin für Volksgesundheit Elisabeth Schwarzhaupt (Quelle: akg-images / picture-alliance / dpa) Gesundheitsministerin Elisabeth Schwarzhaupt
Nov. 14 1961
Vereidigung der Ministerin für Volksgesundheit Elisabeth Schwarzhaupt (Quelle: akg-images / picture-alliance / dpa)

Trotz männlichen Widerstands leitet eine Frau ein bundesdeutsches Ministerium

Die Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen in der deutschen Politik blieben im 20. Jahrhundert lange bescheiden. Während der Novemberrevolution wurde Frauen im November 1918 durch den Rat der Volksbeauftragten erstmals das aktive und das passive Wahlrecht zugesprochen. Bei der Wahl der Weimarer Nationalversammlung waren dann über acht Prozent der Abgeordneten weiblich, bei den weiteren Wahlen der Weimarer Republik jeweils etwa sechs Prozent. Unter dem NS-Regime fanden weder echte Wahlen statt noch waren in höheren Positionen Frauen zugelassen. Im Deutschen Bundestag lag der Frauenanteil unter den Mandatsträgern bis Anfang der 1980er-Jahre immer unter zehn Prozent. In konservativen Kreisen galt es sogar lange als „anstößig“, wenn Frauen sich auf Wahlplakaten „zur Schau stellten“.

Als erste Frau in der deutschen Geschichte wurde Minna Faßhauer Ministerin: Sie war in der Revolutionszeit 1918/19 für ein gutes Vierteljahr „Volkskommissarin für Volksbildung“ in der „Sozialistischen Republik Braunschweig“. Nachdem es in der Weimarer Republik keine weiblichen Ministerinnen gegeben hatte, wurde 1953 Hilde Benjamin in der DDR-Justizministerin und nutzte das als Hardlinerin zur Festigung der SED-Diktatur. In der Bundesrepublik wollte Bundeskanzler Adenauer lange keine weibliche Ministerin. Erst als CDU-Frauen vor dem Kabinettssaal in Bonn eine Sitzblockade veranstalteten, wurde ein neues Ministerium geschaffen: Am 14. November 1961 erhielt Elisabeth Schwarzhaupt das „Bundesministerium für Gesundheitswesen“. Ein solches erachteten viele allerdings als überflüssig, und auch die Frau an der Spitze selbst sah sich als „Alibifrau“. Der Anteil der weiblichen Abgeordneten nahm anschließend nur sehr zögerlich zu, und erst nach und nach gelang es Frauen, in die höchsten Positionen der deutschen Politik aufzusteigen. Annemarie Renger wurde 1972 erste Bundestagspräsidentin, Sabine Bergmann-Pohl 1990 Volkskammerpräsidentin und damit erstes Staatsoberhaupt der DDR, Heide Simonis1993 erste Ministerpräsidentin eines Bundeslandes (Schleswig-Holstein) und 2005 übernahm Angela Merkel als erste deutsche Bundeskanzlerin das mächtigste Amt in Deutschland.

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