Erste deutsche Knappschaft

Bergbau auf dem Annaberger Bergaltar, Gemälde von Hans Hesse (Ausschnitt) Erste deutsche Knappschaft
Dez. 28 1260
Bergbau auf dem Annaberger Bergaltar, Gemälde von Hans Hesse (Ausschnitt)

Am Rammelsberg bei Goslar am Harz gründen Bergleute eine frühe Sozialversicherung

Das Bergwerk Rammelsberg im Harz wurde möglicherweise seit der Bronzezeit, mindestens aber seit dem Frühmittelalter betrieben. Die Menschen förderten verschiedene Erzarten, aus denen dann Silber, Kupfer, Gold oder Blei gewonnen wurde. Vor allem auf das Silber gründete sich der Reichtum der nahe gelegenen Stadt Goslar. Im späteren Mittelalter schlossen sich die Bergleute eines Bergwerks oder Reviers zu einer Vereinigung auf christlicher Grundlage zusammen, um gemeinsame Interessen durchzusetzen und sich gegenseitig sozial abzusichern. In ihren „Knappschaften“ wählten sie „Älteste“ und Vorsteher, und gemeinsam gelang es ihnen oft, sich bestimmte Vorrechte zu sichern. So waren Bergleute z. B. vom Wehrdienst befreit, hatten eine eigene Gerichtsbarkeit oder mussten keine Steuern zahlen. Die erste durch schriftliche Quellen belegbare Knappschaft in Deutschland war die am Rammelsberg tätige „Sankt Johannes Bruderschaft“. In einer Urkunde vom 28. Dezember 1260 sicherte ihr der Bischof von Hildesheim seinen Schutz zu. Wesentliche Ziele der Bruderschaft waren die Unterstützung ihrer Mitglieder bei Krankheit, auch ihrer Familie in Notlagen sowie allgemein das Bemühen um eine Absicherung der Knappen bei Schwierigkeiten unterschiedlicher Art.

Damit lässt sich in der Knappschaft auch eine Geburtsstunde der deutschen Sozialversicherung erkennen, vielleicht darf man die „Sankt Johannes Bruderschaft“ sogar als weltweit älteste Sozialversicherung ansehen. Ihre Ziele und Aufgaben nahmen jedenfalls wesentliche Elemente der mehr als 600 Jahre jüngeren Bismarckschen Sozialgesetzgebung vorweg, die selbst als älteste staatliche Sozialversicherung der Erde gilt. Für das Bergwerk Rammelsberg kam nach mehr als tausend Jahren fast ununterbrochenen Bergbaus 1998 das Ende. Heute dient es als „Schaubergwerk“ für Besucher.

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