Tod Jakob Fuggers des Reichen

Bildnis Jakob Fuggers des Reichen, Gemälde von Albrecht Dürer (Quelle: Staatsgalerie in der Katharinenkirche Augsburg) Tod Jakob Fuggers des Reichen
Dez. 30 1525
Bildnis Jakob Fuggers des Reichen, Gemälde von Albrecht Dürer (Quelle: Staatsgalerie in der Katharinenkirche Augsburg)

Ein bürgerlicher Augsburger Unternehmer wird zum reichsten Mann Europas

Im 15. Jahrhundert war das Handelsunternehmen der Familie Fugger in Augsburg bereits in der zweiten Generation zu beachtlicher Größe aufgestiegen. Die Fugger gewährten dem meist klammen römisch-deutschen Kaiser Kredite und bekamen dafür ein eigenes Familienwappen. Der 1459 geborene Jakob Fugger sollte als jüngster von sieben Brüdern eigentlich eine geistliche Laufbahn einschlagen. Als jedoch mehrere Geschwister und auch der Vater gestorben waren, holten die beiden anderen überlebenden Brüder Jakob mit ins Geschäft. Bei seiner Lehre war er längere Zeit in Venedig und lernte dort viel über das Bankwesen sowie das Metallgeschäft. Das erworbene Wissen konnte er als Leiter der Innsbrucker Firmenniederlassung nutzen. Für weitere Kredite an die Habsburger erwarb er Beteiligungen am Silber- und Kupferbergbau im Alpenraum. Bald achtete er bei allen Geschäften darauf, die Kosten für das Unternehmen zu senken, indem er das vom Hochadel benötigte Geld nicht an diesen selbst verlieh, vielmehr Rechnungen beispielsweise direkt an Handwerker auszahlen ließ. Ähnlich ging er vor, wenn seine Leute sich vorfinanzierte Einnahmen aus dem Verkauf von Ablasszetteln sofort bzw. noch in der Kirche aushändigen ließen. Geplant und zielstrebig erreichte seine Firma im europäischen Bergbau in kurzer Zeit eine marktbeherrschende Stellung. Die Geschäfte wurden über zahlreiche Niederlassungen auf ganz Europa von Spanien bis Russland ausgedehnt. Als wichtigster Kreditgeber Kaiser Maximilians wurde Jakob Fugger nach dem Tod seiner letzten Brüder zum bedeutendsten Kaufmann, Bergbau-Unternehmer und Bankier Europas. Er erhielt vom Kaiser als Gegenleistung eine schwäbische Grafschaft als Grundbesitz und wurde dazu passend zum Reichsgrafen erhoben. Bei der Wahl von Maximilians Enkel zum neuen römisch-deutschen König Karl V. stellte er mehr als eine halbe Million Gulden zur Verfügung, um die Unterstützung der Kurfürsten für den Kandidaten zu gewinnen – der andere Bewerber, der französische König, konnte da nicht mehr mithalten.

Jakob Fugger war keineswegs, wie manchmal behauptet, der erste Kapitalist oder Konzernlenker Europas. Sein Aufstieg zum bedeutendsten europäischen Vertreter des Frühkapitalismus gründete sich auf das Familienunternehmen mit fähigen Mitarbeitern, das ausgedehnte Netz an Niederlassungen sowie das Gespür des Chefs fürs Geschäft und sein streng am Gewinn orientiertes Vorgehen. Jakob Fuggers Reichtum wurde schon auf vielfältige Weise zu berechnen versucht. Je nach Methode findet sich der reichste europäische Unternehmer vor einem halben Jahrtausend auch heute noch auf Listen der reichsten Menschen aller Zeiten, sogar auf den ersten Platz wurde er schon gesetzt. Den nimmt Jakob Fugger auch als Stifter der ältesten heute noch bestehenden Sozialsiedlung der Erde ein. Die „Fuggerei“ in Augsburg für bedürftige Bürger ließ er in mittelalterlicher Tradition entstehen: Die Bewohner sollten täglich Gebete für ihn und seine Familie sprechen. Jakob Fugger starb 66-jährig am 30. Dezember 1525.

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