Erste moderne Partei in Deutschland

Märzvereinsversammlung in Frankfurt/Main (Quelle: Österreichische Nationalbibliothek) Erste moderne Partei in Deutschland
Nov. 21 1848
Märzvereinsversammlung in Frankfurt/Main (Quelle: Österreichische Nationalbibliothek)

Der „Centralmärzverein“ der Demokraten wird in Frankfurt gegründet

In der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 gab es noch keine eigentlichen Parteien, sondern eher lockere Gruppierungen von Abgeordneten mit ähnlichen politischen Vorstellungen. Sie wurden nach dem jeweiligen Versammlungsort außerhalb des Parlaments benannt, z. B. „Deutscher Hof“. Die Demokraten waren in verschiedene „Fraktionen“ aufgeteilt und stellten gemeinsam in der Paulskirche ein gutes Drittel der Mandatsträger. Als die Märzrevolution im Sommer 1848 an Dynamik zu verlieren schien, organisierten sie in Frankfurt einen „Demokratenkongress“, um eine Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. Man beschloss schließlich den Aufbau eines „Zentralausschusses“ mit Sitz in Berlin. Dafür sammelte man Gelder von Vereinen und Einzelpersonen ein und bezahlte damit auch hauptamtliche Mitarbeiter, sodass sich eine Art Parteizentrale zu entwickeln begann. Als im Herbst über Berlin der Belagerungszustand verkündet und dort politisches Arbeiten unmöglich wurde, entschloss man sich in Frankfurt am Main zu einem Neustart und gründete am 21. November 1848 den „Centralmärzverein“.

Die Abgeordneten unterstützten damit das Ziel, angesichts gegenrevolutionärer Entwicklungen vor allem in den beiden größten deutschen Staaten Österreich und Preußen die erreichten Fortschritte zu bewahren. Der Centralmärzverein bildete eine Dachorganisation für die beteiligten Parlamentsfraktionen sowie landesweite Vereine mit einer ähnlichen Ausrichtung. Der Verband verteilte Aufrufe und Rundschreiben, versorgte die Presse mit Informationen und rief zu Versammlungen der Bürger oder zu Demonstrationen auf. Schnell entwickelte sich der Centralmärzverein zur größten Massenorganisation der Revolutionszeit mit bald 1000 Einzelvereinen und einer halben Million Mitgliedern. In den Städten unterstützten ihn Arbeiter-, Turner-, Sänger- oder Schützenvereine, in einigen Regionen wie in Schlesien war auch der ländliche Bereich stark engagiert. Nach dem Scheitern der „Reichsverfassungskampagne“ zur Sicherung der „Märzerrungenschaften“ und nach der Niederschlagung der gegen die Reaktion gerichteten Aufstände von Sachsen bis Baden kam im Sommer 1849 auch für den Centralmärzverein das Aus.

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