Ende des „Rumpfparlaments“

Zeitgenössischer Holzschnitt aus der französischen Zeitung L’Illustration
(Quelle: Gallica/BNF) Ende des „Rumpfparlaments“
Juni 18 1849
Zeitgenössischer Holzschnitt aus der französischen Zeitung L’Illustration
(Quelle: Gallica/BNF)

In Stuttgart wird der Rest der Frankfurter Nationalversammlung endgültig aufgelöst

Im Frühjahr 1849 war das Scheitern des ersten deutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche offensichtlich: Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte die angebotene Kaiserkrone nicht angenommen, die meisten deutschen Länder übten gegenüber der erarbeiteten Reichsverfassung Zurückhaltung. Etliche gemäßigte Abgeordnete legten ihr Mandat wegen der gewaltsamen Aufstände, die in Baden oder in Dresden stattfanden, von sich aus nieder. Die größten deutschen Länder beriefen ihre Abgeordneten einfach ab. Da so nur noch ein gutes Viertel und vor allem linke Volksvertreter in der Paulskirche zurückblieben, sah sich die Stadt Frankfurt auf preußischen Druck zu deren Ausweisung veranlasst.

Der linke Flügel des „Rumpfparlaments“ zog deshalb in das eher liberale Königreich Württemberg um und nutzte dort die Stuttgarter Länderkammer als Tagungsort. Zwei Wochen lang durften die knapp 100 Abgeordneten noch versuchen, die in der Märzrevolution entstandenen parlamentarischen und demokratischen Strukturen zu bewahren. Im Zuge der Unterstützung des Aufstands im nahen Baden stellten die Mandatsträger jedoch radikale Forderungen. Am 18. Juni 1849 sah sich die württembergische Regierung gezwungen, die Tagung durch Militär auflösen zu lassen und die „Ausländer“ des Landes zu verweisen. Die Revolution von 1848/49, welche die Freiheit und Einheit Deutschlands angestrebt hatte, war damit endgültig Geschichte.

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