In Berlin startet die erste planmäßige Maschine des neuen Unternehmens
Die erste Fluglinie Deutschlands wurde seit 1919 durch die „Deutsche Luft-Reederei“ betrieben, die einen stilisierten Kranich als Logo besaß. Nach einem Test mit Doppeldeckern, die nur Monate vorher noch als Kampfmaschinen im Ersten Weltkrieg eingesetzt worden waren, begannen Anfang Februar 1919 planmäßige Flüge. Sie führten von Berlin nach Weimar, wo am 6. Februar die Nationalversammlung zu tagen begann. Über mehrere Etappen kam es Jahre später in Berlin zum Zusammenschluss der „Deutschen Luft-Reederei“ mit einer anderen Firma unter dem Namen „Deutsche Luft Hansa AG“. Dieser Name erinnerte an die Hanse, einen Bund norddeutscher Kaufleute und Städte im späten Mittelalter mit weiten Handelsbeziehungen. Am 6. April 1926 konnte der erste Linienflug des neuen Unternehmens vom Flughafen Berlin-Tempelhof aus starten: Über Halle, Erfurt und Stuttgart ging es nach Zürich. Somit war es auch der erste Auslandsflug nach Plan.
Die „Luft Hansa“ konzentrierte sich anfangs auf die Einrichtung einer zivilen deutschen Luftfahrt. Bald jedoch geriet die Firma ins Visier der Nazis, die sie für den Aufbau der deutschen Luftwaffe nutzen wollten. Schnell spielte das Unternehmen so für die Rüstungsindustrie eine wichtige Rolle und setzte im II. Weltkrieg Kriegsgefangene und andere Zwangsarbeiter ein. Deswegen kam es nach Kriegsende durch die Alliierten zur Auflösung der Gesellschaft. 1953 wurde dann in der Bundesrepublik ein neues Unternehmen gegründet, das sich zunächst ganz in staatlichem Besitz befand. Es wurde bald in „Deutsche Lufthansa AG“ umbenannt – allerdings ohne Rechtsnachfolgerin der „Luft Hansa“ zu sein. Die neue „Lufthansa“ musste mit dem Betrieb der Linienflüge freilich noch warten: Erst nachdem die Bundesrepublik ihre Lufthoheit wiedererhalten hatte, kam es am 1. April 1955 zum Neustart.
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