Das „Wunder von Lengede“

Das Wunder von Lengede, Illustration von Helmuth Ellgaard (Quelle: Familienarchiv Ellgaard, CC BY-SA 3.0) Das „Wunder von Lengede“
Nov. 7 1963
Das Wunder von Lengede, Illustration von Helmuth Ellgaard (Quelle: Familienarchiv Ellgaard, CC BY-SA 3.0)

Nach einem schweren Bergwerksunfall werden noch Wochen später Menschen gerettet

Im Erzbergwerk Lengede bei Salzgitter in Niedersachsen brach am 24. Oktober 1963 das Fundament eines Klärteichs ein. Dadurch wurde die Grube „Mathilde“ unter Wasser und Schlamm gesetzt. Von den 129 Arbeitern in der Grube konnten sich zwei über den Hauptschacht und 44 über den Materialstollen retten, 33 gelangten mit Strickleitern durch ein Bohrloch nach oben. Einen Tag später gelang es Kumpeln, die ohne Genehmigung weitergesucht hatten, sieben weitere Bergleute aus 40 Metern Tiefe nach oben zu schaffen. Eine Woche später konnten drei weitere Kumpel geborgen werden. Rettungskräfte begannen, Bohrungen durchzuführen, um Lebenszeichen möglicher anderer Überlebender aufnehmen zu können. tatsächlich konnten drei weitere Verschüttete aus der Tiefe geholt werden. Hunderte Journalisten aus aller Welt waren vor Ort, um aus Lengede zu berichten.

Einer Gruppe von 21 Personen war der Weg nach oben versperrt geblieben, sie waren vor dem steigenden Wasser von einer Höhle in die nächste und schließlich in einen „Bruchhohlraum“ geflohen. Der war sechs mal zwei mal drei Meter groß, lag 60 Meter unter der Erde und hieß „Alter Mann“. Von seiner Decke lösten sich immer wieder Steine und Gesteinstrümmer, zehn der Eingeschlossenen starben dadurch. Einige andere waren schwer verletzt, alle litten unter Hunger und Durst. Nachdem über eine Woche lang keine Lebenszeichen mehr wahrgenommen worden waren, erklärte der Hüttendirektor alle noch nicht geborgenen Bergleute für tot und setzte die Trauerfeier für den 4. November an. Einige der Bergleute gaben die Hoffnung allerdings nicht auf und setzten letzte Bohrungen in der Gegend des „Alten Mannes“ durch. Am Tag vor der geplanten Trauerfeier hörten die Eingeschlossenen Bohrgeräusche und klopften mit einem Taschenmesser auf Metall. Über Tage wurde das tatsächlich gehört und bereits abgereiste Bergungstrupps kehrten zurück. Über ein schmales Rohr nahm man Kontakt auf und brachte Tee nach unten. Es dauerte noch vier Tage, bis mit allerhöchster Vorsicht betriebene weitere Bohrungen ihr Ziel erreichten: Am 7.November 1963, nach zwei Wochen unter Tage, wurden die überlebenden elf Männer mit einer Rettungskapsel nach oben gebracht. Das „Wunder von Lengede“ war mit der Rettung von insgesamt 100 Bergleuten geschehen. 29 hatte das Unglück das Leben gekostet.

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