Die Krimireihe startet im westdeutschen Fernsehen mit einem deutsch-deutschen Fall
Die erste Folge der Krimiserie „Tatort“ wurde am 29. November 1970 um 20:20 Uhr ausgestrahlt. Der Film „Taxi nach Leipzig“ drehte sich um einen grenzüberschreitenden Fall: Die DDR-Generalstaatsanwaltschaft ersucht inmitten des Kalten Krieges die westdeutschen Ermittlungsbehörden um Amtshilfe, nachdem auf einem Rastplatz der Transitautobahn ein toter Junge in westdeutscher Kleidung gefunden worden ist. Nach der ersten Folge gab es einige Jahre lang jeweils einen neuen „Tatort“ pro Monat, mittlerweile sind es etwa 35 im jährlichen Durchschnitt. Sie laufen zur Hauptsendezeit und sind meist ähnlich gestaltet: Nach der seit einem halben Jahrhundert kaum veränderten Titelmusik versuchen ein oder mehrere Kommissare dem Urheber eines Mordes oder Tötungsdelikts auf die Spur zu kommen. Da die verschiedenen deutschen Landesrundfunkanstalten die Filme verantworten, sind die Tatorte über das ganze Sendegebiet verstreut und oft regionaltypisch gefärbt.
Mit über 1300 Folgen handelt es sich inzwischen um die langlebigste und beliebteste Krimireihe im deutschsprachigen Raum, denn auch Österreich und die Schweiz beteiligen sich mit eigenen Folgen. Im Vergleich mit anderen Fernsehserien zieht „Tatort“ häufig ebenfalls die meisten Zuschauer an. Auch wenn die Ermittlungen meist eher weniger realitätsnah gezeichnet werden, erhält „Tatort“ viel positive Kritik. Da öfter brisante Themen angesprochen werden, wird der Sendung jenseits von Unterhaltung und Spannung ein gesellschaftlicher Wert zugesprochen. Sogar der Vergleich mit einem „Gegenwartsroman“ kam schon vor und für etliche Folgen gab es entsprechend Auszeichnungen. Seit Längerem teilt sich „Tatort“ in der ARD den Sendeplatz mit „Polizeiruf 110“, das im Sommer 1971 als östliches Gegenstück im DDR-Fernsehen gestartet war.
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